Projektbeschreibung SYSTEMKraftwerk E.ON Minutenreserve-Poolsystem

Ein intelligentes Stromnetz ist die Grundvoraussetzung für die Energiewende und die daraus resultierende dezentrale Einspeisung von Strom. Dies wird erreicht durch die kommunikative Vernetzung von Stromerzeugern, Stromspeichern und letztendlich auch Verbrauchern. Lange bevor der Begriff „Smart-Grid“ durch die Medien bekannt gemacht wurde, war das von uns programmierte und von Energieservice Westfalen Weser produktiv eingesetzte SYSTEMKraftwerk am Netz.

Regelenergie

Die sogenannte Regelenergie gewährleistet, dass die Stromkunden immer genau mit der gerade benötigten Energiemenge versorgt werden. Hierzu müssen ständig Leistungsanpassungen vorgenommen werden.
In der Praxis bedeutet dies, dass mit regelfähigen Kraftwerken (z.B. schnell anlaufende Gasturbinenkraftwerke) Einfluss auf die Höhe des eingespeisten Stroms genommen wird. Dies kann ebenso durch das Zuschalten von Verbrauchern realisiert werden.

Energieservice Westfalen Weser

Energieservice-Westfalen-WeserBei dem vorliegenden Projekt handelt es sich um eine Kooperation zwischen Energieservice Westfalen Weser und 3P Automation. Die Energieservice Westfalen Weser GmbH (ESW) ist ein Energiedienstleistungsunternehmen mit den Kernkompetenzen Energieerzeugung (Strom, Wärme, Kälte, etc.), Contracting, Beratungs- und Servicedienstleistungen.

Des Weiteren vermarktet ESW Leistungen im Regelenergiemarkt für Minutenreserve (Tertiärregelung) und Sekundärregelung.


Realisierung

Die Kraftwerke wurden über das Internet miteinander verbunden. Als Übertragungsmedium wird sowohl das DSL‑Netz der Deutschen Telekom als auch das GSM‑Netz genutzt. Über diese Medien wird mittels sicherer VPN-Verbindungen eine Übertragung von Daten wie z.B. Anfangszeit, Endzeit oder die bereitzustellende Leistung an die jeweiligen Leistungserbringer übertragen.

Die angeschlossenen Kraftwerke müssen ihrerseits kurzfristig auf diese Anforderungen reagieren und ihre Leistung entsprechend der Anforderung anpassen. In Abhängigkeit der Prozessleitsysteme oder der  speicherprogrammierbaren Steuerungen bei den Leistungserbringern vor Ort, läuft die Übertragung der Daten und die entsprechende Bereitstellung voll- oder halbautomatisch ab.


Software

esw klDie von uns entwickelte Software ist ein verteiltes Automatisierungs- und Prozessleitsystem. Anders als herkömmliche SCADA- oder Soft‑SPS‑Systeme, ist unsere Software plattformunabhängig, objekt-orientiert und eventgesteuert.

Das System ist direkt mit den Netzbetreibern verbunden – Abrufe werden in einer Datenbank abgelegt und vollautomatisiert ausgelöst.



Bisher konnten wir erfolgreich an die folgenden, in den verschiedenen Kraftwerken vor Ort vorhandenen Leitsysteme koppeln:

  • Siemens T3000
  • Siemens Teleperm M / XP
  • Siemens Simatic S7
  • ABB Melody
  • ABB Procontrol P14
  • ABB Freelance
  • WAGO-I/O-Systeme

Dabei wurden folgende Schnittstellen / Protokolle verwendet:

  • OPC  
  • Profibus
  • Modbus
  • Fernwirkprotokolle IEC 870-5-101 / 104
  • digitale / analoge Auskopplung über Einheitssignale (DIN IEC 60381)

SYSTEMKraftwerk - Anspruch an Automatisierung und IT

Das Projekt wird ständig erweitert und unterliegt einem fortwährenden Wandel. Zurzeit finden Inbetriebnahmen von Kleinstanlagen (Blockheizkraftwerke, Notstromanlagen, Biosgasanlagen, Heizelemente, Kühlhäuser usw.) in hoher Anzahl statt.
Die Verbindung von Automatisierung und Informationstechnik stellt höchste Ansprüche an uns als Dienstleister. Zusammen mit unseren Kunden meistern wir diese Aufgabe und nehmen mit unserem Smart-Grid und dem daraus gewonnenen Wissensvorsprung eine deutschlandweite Vorreiterrolle ein.

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